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Wilde Elefanten, scharfe Currys und die schönste Zugfahrt der Welt: Mit dem Rucksack durch Sri Lanka

Wilde Elefanten, scharfe Currys und die schönste Zugfahrt der Welt: Mit dem Rucksack durch Sri Lanka

Sri Lanka ist das perfekte Ziel für einen abenteuerlichen Backpacking Trip: Hier findet ihr alle Infos zur perfekten Reiseroute, tollen Unterkünften und den besonderen Highlights der faszinierenden Insel.

Egal welche Listen an Trenddestinationen im Moment veröffentlicht werden - Sri Lanka ist auf jeden Fall dabei! Und das aus gutem Grund: Die Insel vor dem indischen Festland hat unheimlich viel zu bieten. Vor allem Backpacker fühlen sich hier wohl, denn das grüne Paradies lässt sich auch mit kleinem Geldbeutel gut bereisen. Gemeinsam mit einer Freundin bin ich im November für zweieinhalb Wochen nach Sri Lanka geflogen. Ich hatte mir vorab etwas Sorgen gemacht, ob wir Glück mit dem Wetter haben werden, da der November als einer der regenreichsten Monate zwischen den Monsunzeiten gilt. Und diese Befürchtung wurde zunächst bestätigt: Bei Ankunft in Colombo schüttete es wie aus Kübeln. Doch tatsächlich muss das nichts bedeuten, denn am nächsten Tag herrschte wieder strahlender Sonnenschein und bis auf ein paar nächtliche Gewitter hatten wir - zumindest an der Küste - optimales Badewetter. Tipp: Wer sich nicht sofort in den Trubel von Colombo stürzen möchte, kann auch eine Nacht in Negombo verbringen. Hier kann man entspannt ankommen und den ersten Strandspaziergang unternehmen. Dieser fiel bei uns zwar sprichwörtlich ins Wasser, doch wir verbrachten hier trotzdem einen sehr relaxten Abend, verdrückten unser erstes Curry und starteten am nächsten Morgen ausgeschlafen Richtung Colombo.

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Train Ride with a View: Mit dem Zug von Colombo nach Galle

Nachdem uns unser Fahrer am Bahnhof von Colombo abgesetzt hatte, machten wir uns auf die Suche nach dem Ticketschalter. Das Reisen mit dem Zug ist in Sri Lanka extrem günstig - eine Fahrkarte nach Galle kostet nur ca. 2 Euro. Wir entschieden uns bewusst für die zweite Klasse. Eine Sitzplatzreservierung ist dort, wie in der ersten Klasse, zwar leider nicht möglich und man sitzt nur auf einfachen Holzbänke. Doch es gibt einen Vorteil: die Fenster lassen sich öffnen. Luxuriös ist zwar etwas anderes, doch die knapp dreistündige Fahrt war trotzdem unheimlich schön. Ich stand fast die ganze Zeit an der offenen Wagontür, denn der Ausblick aufs Meer ist sensationell! Tipp: Wenn möglich, sollte man sch beim Einsteigen schnell einen Platz auf der rechten Seite in Fahrtrichtung sichern - so kann man die Fahrt bequem im Sitzen genießen, während die kleinen Dörfer, Palmenwälder und das glitzernde Meer vorbeiziehen.

Drei Tage Beach-Auszeit in Unawatuna

Was man in Unawatuna am besten machen kann? Mit einer frischen Kokosnuss in der Hand am Strand entspannen! Wir haben hier in einem superschönen Boutique-Hotel übernachtet (Shore by Hoppa), das ich jedem empfehlen kann. Wer abends Lust auf den ein oder anderen Drink hat, sollte hier auch unbedingt mal einen Blick in die Cocktail-Karte werfen!

Das Highlight von Unawatuna ist auf jeden Fall der schöne, weitläufige Strand. Aber Achtung: Ich hatte das Pech, gleich am ersten Tag von Sandfliegen gestochen zu werden. Da die Stiche extrem unangenehm sind und sich unschöne Bläschen gebildet haben, habe ich mir extra eine ayurvedische Salbe besorgt. Am Ende hat aber eine ganz normale Antibiotika Creme aus der Apotheke am besten geholfen. Aber zurück zu den schönen Seiten der Reise: Wer genug in der Sonne gelegen ist und Lust auf eine Entdeckungstour hat, kann in Unawatuna einen Spaziergang zum dem kleinen buddhistischen Tempel machen, der auf einer kleinen Anhöhe oberhalb des Strands liegt. Außerdem lohnt sich die kurze Tuk-Tuk-Fahrt zu der größeren, schneeweißen Japanese Peace Pagoda sowie zum verstecken Jungle Beach. Einen Abend haben wir auch in Galle verbracht. Berühmt ist das Küstenstädtchen vor allem für sein beeindruckendes Fort, das gemeinsam mit der Altstadt zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.

Surfstunden und Spa-Time in Mirissa

Unser nächster Stop führte uns nach Mirissa. Hier erwarten einen lässiger Surfer-Lifestyle, romantische Sonnenuntergänge, leckere Fischrestaurants und tolle Wellness-Angebote.

Nach fast zehn Jahren habe ich mich hier zum ersten Mal wieder aufs Surfbrett gestellt - und habe wieder einmal festgestellt, dass ich auf dem Board einfach maximal unbegabt bin (:D). Aber Spaß gemacht hat’s trotzdem! Der beste Surf-Spot für ist übrigens in Weligama, dort reiht sich eine Surfschule an die andere und die Wellen dort sind für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet.

Nach der anstrengenden Surfstunde habe ich mir erstmal zur Stärkung ein typisch indisches Roti (eine Art Fladenbrot mit süßer oder salziger Füllung) gegönnt, das man überall an kleinen Straßenständen kaufen kann. Für einen kleinen Snack oder kühlen Drink zwischendurch ist außerdem die Beach Bar “Zephyr” sehr zu empfehlen. Am Nachmittag stand für uns eine Runde Wellness im “Secret Root Spa” auf dem Programm. Hier gibt es ganz tolle ayurvedische Behandlungen. Ich hatte das Paket aus einstündiger Full Body Massage und Shirodara (ayurvedischer Stirnölguss) für 4500 Rupien, also ca. 23  Euro - ein Traum!

Auf den Spuren des Leoparden im Yala-Nationalpark

Von Mirissa aus haben wir einen Tagestrip in den Yala-Nationalpark unternommen. Das heißt: mitten in der Nacht aufstehen! Da die Fahrt zum Park knapp vier Stunden dauert, holte uns der Fahrer um viertel vor drei Uhr in unserer Unterkunft ab. So kamen wir pünktlich zum Sonnenaufgang im Park an. Es gibt zwar auch eine Nachmittagstour, doch uns wurde gesagt, dass dann aufgrund der heißen Temperaturen die Chance viele Tiere zu sehen, relativ gering ist. Und wir wurden nicht enttäuscht: Neben verschiedensten Vogelarten, Krokodilen, Wildschweinen, Wasserbüffeln und Elefantenherden konnten wir sogar einen der seltenen Leoparden erspähen. Es waren noch ca. 20 andere Jeeps zu der Zeit im Park unterwegs - aber mal abgesehen von der Stelle, wo der Leopard auf einem Baum lag, kam man sich auf dem ca. 1500 km² großen Gelände kaum in die Quere. Wir hatten zudem das Glück, einen Jeep mit Fahrer und Guide ganz für uns alleine zu haben. Die Guides verständigen sich untereinander per Handy und geben sich Tipps, wo sich zum Beispiel im Moment die Elefantenherden aufhalten. Die wilden Riesen  aus der Nähe beobachten zu können, war wirklich ein ganz besonderer Moment. Eine Elefantenkuh kam sogar so nahe an den Jeep heran, dass ich kurz die Hand auf ihren Rücken legen konnte - wow!

Ein Besuch des Nationalparks kostet je nach Anbieter ungefähr zwischen 60-80 Euro. Wer sich das doch sehr frühe Aufstehen und die lange Anfahrt sparen will, kann auch eine Unterkunft in der Nähe des Parks buchen. So oder so lohnt sch meiner Meinung nach die Safari aber auf jeden Fall und war ein echtes Highlight der Reise!

Entspannung pur in Tangalle

Nach dem dann doch etwas touristischeren Mirissa stand uns schließlich noch der Sinn nach Ruhe und einsamen Stränden: Also auf nach Tangalle! Wir haben die etwas zweistündige Fahrt dorthin mit dem Tuk-Tuk zurückgelegt und kurz noch einen Stop an dem Coconut Tree Hill eingelegt. Für einen Palmen Fan wie mich einer der tollsten Spots in Mirissa!

In Tangalle haben wir in in dem echt schönen und super ruhigen Resort Sanji`s - the seaside Cabanas übernachtet. Die Bungalows liegen direkt an einem breiten Sandstrand. Während unseres Aufenthalts waren die Wellen dort jedoch meistens sehr groß, sodass man nicht richtig gut baden konnte.  Macht nix - den Nikolaustag haben wir dort auch so auf jeden Fall sehr genossen. Und schließlich gibt es im Resort auch einen Pool, der für Erfrischung sorgt. Hier haben wir also nicht viel unternommen und einfach drei ganz faule Tage verbracht. Wir waren nur  einmal im Ort Tangalle, dieser ist aber nicht besonders sehenswert. Ansonsten gilt: Simply doing nothin’ and fresh Coconuts all day!

Das grüne Herz Sri Lankas

Von der Küste ging es nun für uns in das Landesinnere nach Ella. Wir sind mit einem privaten Fahrer nach Ella gefahren, der uns direkt bei unserer Unterkunft Ella Hide View abgesetzt hat. Mein Lieblingsplatz: Die dortige Terrasse, wo man auch jeden Tag frühstückt, bietet einen phänomenalen Blick auf die tiefgrüne Landschaft der Gegend.

In Ella herrscht im Vergleich zu den Küstenregionen ein etwas kühleres Klima, sodass sich die Gegend gut zum Wandern eignet. Wir haben uns auch sogleich auf den Weg gemacht, um die Gegend zu erkunden und natürlich das Must-See der Gegend zu besuchen: die Nine Arch Bridge. Dazu sind wir mit einem Tuk-Tuk zum Café Umbrella gefahren. Von hier aus folgt man links neben dem Parkplatz einem schmalen Weg, der einen durch den Dschungel zu einem tollen View Point führt. Da der Zug etwas Verspätung hatte, mussten wir dort leider eine knappe Stunde warten - aber dann war es soweit: Mit viel Tut-Tut und Töff-Töff ratterte die blaue Eisenbahn vorbei. Danach sind wir auch noch ein bisschen auf den Gleisen rumgelaufen und haben Photos gemacht - ziemlich cool! Kleiner Tipp am Rande: Im Dschungel gibt es Blutegel, wer die Dinger sehr eklig findet, sollte lieber geschlossene Schuhe und lange Hosen tragen.

Wanderung auf den Little Adam’s Peak

Am nächsten Tag ging es hoch hinaus: Wir hatten eine Wanderung auf den Little Adam’s Peak geplant. Vom Gipfel des Berges auf 1141 Metern hat man einen atemberaubenden Blick über die Teeplantagen. Definitiv ein weiteres Highlight! Der Aufstieg ist sehr einfach, man sollte sich jedoch auf jeden Fall feste Schuhe anziehen und Sonnencreme sowie genug zu trinken mitnehmen. Nachdem wir die beeindruckende Aussicht genossen hatten, sind wir noch ein wenig die Teefelder entlang spaziert. Die dortige Fabrik hatte leider geschlossen, aber wir haben trotzdem dort ein paar Packungen frischen Tee gekauft - denn das ist schließlich das beste Souvenir aus Sri Lanka. Tipp: Nach der Wanderung unbedingt im Ella Heritage einkehren, dort gibt es die leckersten Chocolate Banana Rottis und Sweet Lassis!

Mit dem Zug von Ella nach Kandy

Am nächsten Morgen genossen wir noch einmal die tolle Aussicht auf der Frühstücksterrasse unseres Hotels - und dann ging es auch schon zum Bahnhof von Ella: Um 9.15 Uhr sollte dort unser Zug Richtung Kandy abfahren. Die Strecke gilt als eine der schönsten Zugfahrten der Welt, dauert etwa sieben Stunden und kostet 800 Rupien (ca. 4 Euro). Diesmal hatten wir Zugtickets in der zweiten Klasse gebucht, sodass wir zwar nicht sehr bequem saßen - ich würde sagen, dass das Erlebnis jedoch so auch besonders authentisch war ;).  Persönlich hat mir die Strecke entlang der Küste von Colombo nach Galle tatsächlich etwas besser gefallen, aber man sollte diese Fahrt natürlich unbedingt gemacht haben: Die meiste Zeit tuckert der Zug durch den Dschungel und immer wieder bieten sich tolle Ausblicke über grüne Täler und kleine Dörfer. Sieben Stunden sitzen sind jedoch irgendwann auch echt anstrengend, doch nichtsdestotrotz war die Zugfahrt eine tolle Erfahrung!

Kandy: Zahntempel und der weiße Buddha

Kandy haben wir nur als Umsteigeort genutzt und sind deswegen nur eine Nacht geblieben. Das hat auch vollkommen gereicht, denn die Stadt an sich ist nicht besonders schön. Sehenswert sind aber auf jeden Fall der Zahntempel sowie die Bahiravokanda Vihara Buddha Statue, die hoch über der Stadt thront. An diesem Tag fand in der Tempelanlage eine Zeremonie statt. Viele Besucher sind dazu ganz in Weiß gekleidet und tragen Blumen in den Tempel. Leider hatten wir keine Zeit mehr der Zeremonie beizuwohnen, denn gegen Mittag wurden wir schon von einem einem privaten Fahrer, den wir über unser Hotel gebucht haben, direkt nach Sigiriya gebracht. Tipp: Wer in Kandy richtig gut frühstücken gehen möchte, der sollte dem Café Banana Chill einen Besuch abstatten - die Portionen sind gigantisch und der Avocado-Toast extrem lecker.

Sigiriya: Aufstieg auf den Löwenfelsen

Etwa drei Stunden dauert die Fahrt von Kandy nach Sigiriya. Wir hatten hier ein kleines Homestay gebucht, das zwar nicht ganz einfach zu finden war, sich jedoch als beste Unterkunftswahl herausstellte: Der Bungalow des Fairview Dill Homestay liegt in absoluter Ruhe inmitten von Feldern. Die Besitzerin war super lieb, hat uns jeden Abend selbst bekocht und viele Tipps gegeben. Gleich am nächsten Morgen war der Ausflug zum Pidurangala Felsen geplant, wohin ihr Onkel uns mit dem hauseigenen Tuk-Tuk gebracht hat. Wir hatten uns entschlossen den kleineren Felsen zu erklimmen, da dieser nicht so überlaufen sein soll und man von dort einen direkten Blick auf den Löwenfelsen hat. Der majestätische Felsmonolith von Sigiriya ist eines der Wahrzeichen der Insel und ist ebenfalls ein Must-See auf jeder Sri Lanka Reise. Beim Aufstieg muss man ein klein wenig klettern, was aber gut machbar ist. Und oben angekommen, wird man tatsächlich mit einem Wahnsinns-Ausblick belohnt!

Sigiriya war der perfekte Abschluss unserer unglaublichen Reise durch Sri Lanka. Am nächsten Tag ging es auch schon zurück nach Colombo, von wo aus wir wieder nach München zurückgeflogen sind. Zweieinhalb Wochen sind wie Flug vergangen und wir haben so viele tolle Dinge gesehen und erlebt. Danke, Sri Lanka, du wunderschöne Insel!

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Von Insel zu Insel: Islandhopping in Thailand

Von Insel zu Insel: Islandhopping in Thailand